Tapaway
Browserbasierte PWA, die wiederverwendbares Geschirr durch Ausleihe, Rückgabe und Spülgang begleitet.

Problem
Wiederverwendbares Geschirr funktioniert als grüne Alternative nur, wenn die Gegenstände auch zurückkommen. Das heißt, jeden Becher durch seinen ganzen Lebenszyklus zu verfolgen (von einem Gast ausgeliehen, an einer Station zurückgegeben, in den Spülgang, zurück in den Umlauf), ohne den Eventbetrieb auszubremsen oder Personal mit Extrahardware zu belasten. Das Team brauchte etwas, das eine Volunteer-Kraft auf dem eigenen Smartphone in Sekunden bedienen kann.
Ergebnis
- Bei realen Events mit dem Tapaway-Team eingesetzt, mit lückenloser Verfolgung über Ausleihe, Rückgabe und Spülgang.
- Jedes moderne Android-Smartphone wird zum Ausleih- oder Rückgabeterminal, indem ein Link geöffnet wird. Kein App-Store, keine Zusatzhardware.
- Liefert eine zentrale Live-Übersicht, wie viele Becher unterwegs sind, wie viele zurück sind, und die daraus resultierenden Impact-Zahlen, die das Unternehmen mit Partnern teilt.
Technologie
PWA (Browser-first) · Web NFC (experimentelle Browser-API) · RFID-Schnittstelle (früh, für Batch-Abläufe) · PHP / MySQL-Backend · Dashboard mit Live-Transaktionsprotokoll
Zum Kunden und zur Aufgabe
Tapaway ist ein Hongkonger Startup, das wiederverwendbare Becher und Geschirr für Events und Unternehmen bereitstellt, als Ersatz für Einwegverpackungen. Das Schwierige an diesem Geschäft sind nicht die Becher selbst, sondern sie im Blick zu behalten. Ein wiederverwendbarer Becher, der nicht zurückkommt, ist nur ein teureres Einwegprodukt. Der Betrieb funktioniert also nur, wenn jeder Gegenstand durch seinen vollen Zyklus nachvollziehbar ist und sich am Ende in echte Zahlen übersetzen lässt (wie viele Nutzungen, wie viel Müll vermieden), die den Partnern und Veranstaltern gezeigt werden können, die das Ganze mittragen.
Auf der Softwareseite habe ich als Tech Lead mit dem Tapaway-Team gearbeitet. Die Aufgabe war, diesen Lebenszyklus in etwas zu verwandeln, das ein Volunteer auf einem vollen Event ohne Schulung bedienen kann, mit Geräten, die niemand kaufen, versenden oder aufladen muss.
Wie das System funktioniert
Jeder Becher trägt einen NFC-Tag mit eigener ID, und die ganze Oberfläche ist eine browserbasierte PWA. Das Personal öffnet einen Link auf dem eigenen Android-Smartphone, das Gerät wird zum Ausleih- oder Rückgabeterminal, und ein Tap auf den Becher schreibt den nächsten Zustand. Keine App-Installation, kein dediziertes Lesegerät. Das stützt sich auf die Web-NFC-API, die noch ein experimentelles Browser-Feature ist, aber genau das ist der gewollte Trade: heute ausliefern, auf Smartphones, die ohnehin schon da sind, statt auf Custom-Hardware zu warten.
Dahinter durchläuft jeder Becher eine kleine Zustandsmaschine (verfügbar, ausgeliehen, zurückgegeben, im Spülgang, wieder verfügbar). Das Backend ist die einzige Wahrheit darüber, in welchem Zustand sich ein Becher befindet, und jeder Übergang wird als Transaktion protokolliert. Es gibt zusätzlich eine parallele RFID-Schnittstelle, gedacht für die Batch-Schritte, bei denen ein Tablett mit Dutzenden Bechern in den Spülgang geht und wieder herauskommt. Sie funktioniert, ist aktuell aber die rauere Seite des Systems und hat noch Luft nach oben. Das Dashboard fasst all das zu Live-Zahlen und einer Impact-Ansicht zusammen, die das Unternehmen Partnern zeigen kann. Im Kern ist das System eher Asset-Tracking als Kassensystem, wobei das Asset ein Becher ist, der seinen Weg nach Hause finden muss.



